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Modellwissen · 11/2026

Lagoon 42: was der Gebrauchtmarkt verlangt und welche Baujahre sich lohnen

Was der Gebrauchtmarkt heute verlangt, welche Baujahre sich lohnen und worauf Eigner, Fachpresse und Werft hinweisen.

Lagoon 42 – Werftfoto

Werftfoto der Lagoon 42 – Modellabbildung, nicht ein bestimmtes Boot. Foto: © Lagoon (Groupe Beneteau) – Werftfoto aus dem Prospekt der Werft

310aktive Angebote dieses Modells, Doppelinserate zusammengeführt
471 k€mittlerer Angebotspreis gebraucht (Median, Baujahre bis 2024)
5 %Wertverlust pro Jahr im Angebot, gemessen 2016 bis 2024
7 k€Pflicht-Instandsetzung und -Ausrüstung je Boot laut Inserat (Median, voller Werftpreis)
Unser Urteil für Blauwasser und Langfahrt: geeignet mit Einschränkungen. Viel gesegelter, wohnlicher Fahrtenkatamaran mit weltweitem Service und ohne belegte Schott- oder Laminatschäden. Für lange Vorwindpassagen zu zweit gut handhabbar, aber schwer, untertakelt und mit knappem Stauraum und kleinen Tanks. Mehrere Serienfehler und Rückrufe der frühen Baujahre müssen am konkreten Boot abgearbeitet sein. Das Heft Multihulls World 201 (2025) bestätigt die schwache Segelleistung unter Groß allein und die Gennaker-Abhängigkeit unter 12 kn Wind.

Der Markt

Am 05.11.2026 waren 310 Boote dieses Modells im Angebot; 19 weitere haben wir seit Beginn unserer Beobachtung als verkauft erkannt. Die meisten liegen im Mittelmeer.

0 k€200 k€400 k€600 k€800 k€2015243020161340320174142420184743720194643020204845420212651320221254920233558420241862220251071320269594

Balken: mittlerer Angebotspreis (Median) je Baujahr in Tausend Euro, Mehrwertsteuer eingerechnet, wo sie im Angebot fehlt. Linie: günstigstes bis teuerstes Angebot. Zahl unter dem Jahr: Anzahl der Angebote. Hell: neue und fast neue Boote.

BaujahrAngeboteMedianSpanne
20152430.210 €416.500 € – 443.920 €
201613402.600 €297.500 € – 496.000 €
201741423.500 €261.800 € – 737.800 €
201847436.803 €297.500 € – 616.250 €
201946430.397 €287.375 € – 708.050 €
202048454.500 €348.758 € – 601.045 €
202126513.100 €439.110 € – 652.600 €
202212548.840 €468.545 € – 764.170 €
202335584.250 €475.000 € – 734.676 €
202418621.885 €543.290 € – 819.580 €
2025 (neu oder fast neu)10712.820 €636.995 € – 806.000 €
2026 (neu oder fast neu)9593.810 €561.250 € – 665.740 €
Was die Zahlen zeigen. Die ersten Baujahre (2015–2018) liegen eng beieinander, zwischen 403 k€ und 437 k€. Ein Boot vom Ende dieser Spanne kostet damit kaum mehr als eines der ersten Generation, hat aber deren Kinderkrankheiten seltener – vorausgesetzt, die Rückrufe sind am konkreten Boot erledigt (siehe Baujahre). Die große Spanne innerhalb eines Jahrgangs zeigt: Ausstattung, Herkunft aus dem Charter und Mehrwertsteuer entscheiden oft mehr als das Baujahr.

Wo die Boote liegen

Mittelmeer150
Liegeort nicht angegeben66
Karibik34
USA und Kanada29
Nordeuropa18
Indischer Ozean und Pazifik13

Mehrwertsteuer im Angebot

ohne Mehrwertsteuer angeboten169
Steuerstatus unklar63
Mehrwertsteuer bezahlt39
außerhalb der EU39

Wer das Boot in der EU nutzen will und es ohne bezahlte Mehrwertsteuer kauft, rechnet je nach Land 19 bis 25 % dazu.

Das Modell

Die Lagoon 42 wird seit 2016 gebaut und ist 2026 als Lagoon 42 Millenium weiter im Programm. Sie ist 12,80 m lang und trägt laut Werftangaben rund 3,4 t Zuladung. Gebaut wird im Infusionsverfahren. Ob der Rumpf unter der Wasserlinie massiv laminiert ist (Werftspezifikation) oder einen Balsakern hat (Beobachtung eines Forennutzers), ist ungeklärt. Küche oben, offener Salon, alle Leinen laufen zum Steuerstand. Die Foren grenzen die 42 ausdrücklich von den strukturell auffälligen größeren Lagoons ab. Die meisten Gebrauchtboote kommen aus dem Charter.

Stärken

Handhabung zu zweit

  • Erfahrungsbericht eines Eigners: Ein Eigner nennt den Steuerstand den besten der Klasse 42 bis 45 Fuß. Weil alle Leinen dorthin führen, ist das Boot zu zweit leicht zu fahren.
  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Ein Eigner nach rund 2.000 sm in sechs Wochen: solide gebaut, sehr komfortabel, segelt mühelos mit etwa halber Windgeschwindigkeit.
  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Mit 57-PS-Motoren und Faltpropellern laufen 8–9 kn Marschfahrt bei 2.500/min. Das hilft in Flauten auf Passage.
  • Im Second-hand-Test (Heft 201, 2025) segelt die 42 für ihren Komfort schnell: rund 8 kn unter Gennaker bei 12 kn Wind, direkte und gut ausbalancierte Steuerung, Kielkurs etwa 42–45 Grad zum scheinbaren Wind. Multihulls World
  • Im Erst-Test von 2016 (Multihulls World Nr. 148) segelt die 42 mit nach hinten gesetztem Rigg auch bei wenig Wind gut, mit wenig Stampfen und kaum Leegang am Wind. Steuerstand und Ergonomie gelten als großer Fortschritt, Motorräume sind übersichtlich, die Ruderanlage direkt. Der Test lief nur bis 12 kn Wind, Starkwind und Seegang blieben ungeprüft. Multihulls World

Bauweise laut Foren

  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Ein Techniker, der viele Lagoons repariert hat, sieht bei der 42 kaum größere Probleme, anders als bei der 450 mit ihren Schottschäden. Für Schott- oder Laminatprobleme an der 42 fand die Recherche keinen Beleg.
  • Im selben Heft nennt der Werftberater trotz über 1.100 gebauter Boote keinen ernsten Serienfehler. Das stützt die Erfahrungsberichte der Eigner, ersetzt aber nicht die oben genannten Einzelbefunde. Die Motorräume sind laut Test gut gedämmt und über Stufen zugänglich. Multihulls World

Wohnen und Autarkie vor Anker

  • Küche oben, offener Salon, großer Salon im Verhältnis zur Länge.
  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Eine Familie, die an Bord lebt, fand den Stauraum in der Eignerversion besser als erwartet und war mit 5 × 330 W Solar ohne Generator autark.
  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Ab Werk für einen Wassermacher im Backbord-Motorraum vorbereitet (einlaminierte Plätze für Seeventile).

Wartung fern der Werft und Markt

  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Weit verbreitetes Großserienmodell: Ersatzteile und Erfahrungswissen sind entsprechend zugänglich. Durch die modulare Bauweise ist das Layout laut einem Techniker recht günstig zu ändern.
  • Großes Angebot.

Schwächen

Seeverhalten

  • Seeverhalten nur mittel: Segeltragzahl 23,1 (Verhältnis Segelfläche zu Gewicht), Verdrängung/Länge 161. Die Brückendeckhöhe ist nirgends als Zahl belegt.
  • Laut dem Erfahrungsbericht eines Seglers, der sie mit der Astrea 42 vergleicht, ist die 42 deutlich untertakelt und mindestens 30 % schwerer, mit breiten, schweren Bugen.
  • Erfahrungsbericht eines Eigners: Langzeitbewertung: keine feste Barriere zwischen Rudergänger und Wasser außer Cockpitzelt, voll beladen realistisch unter 10 kn, erhebliche Zusatzkosten für Blauwasserausrüstung.
  • Im Second-hand-Test von 2025 (Heft 201) nennt der Tester die 42 mit weit achtern gesetztem Rigg und nicht überlappendem Selbstwendefock unter Groß allein kaum beherrschbar. Unter 12 kn Wind sei ein Gennaker praktisch Pflicht. Für Langfahrt gehören Gennaker oder Code 0 samt Beschlägen und Bergevorrichtung sowie das Reffsystem zur Ausstattung. Multihulls World
  • Laut Test von 2016 hängt die Segelleistung am Code 0. Der Tester nennt ihn unverzichtbar, aber teuer, weil er Bugspriet und passende Winschen verlangt. Das Großsegel musste er die ersten zwei Drittel von Hand ziehen; Kugellager-Rutscher würden helfen. Multihulls World

Stauraum, Tanks und Zuladung

  • Laut Berichten von Eignern ist der knappe Stauraum, vor allem im Cockpit, die häufigste Kritik; ein Eigner nennt ihn Problem Nummer eins für Langfahrt.
  • Ein Wassertank (300 l) reicht laut Eigner trotz Wassermacher nicht. Ein nachgerüsteter zweiter Tank sitzt im Ankerkasten und kostet Kettenstauraum. Der Dieseltank ist laut Handbuch wegen Trimm nicht voll nutzbar.
  • Zuladung rund 3,4 t – für Langfahrtausrüstung, Proviant und Wasser zu zweit knapp bemessen.
  • Die technischen Daten im Test von 2016 nennen 300 l Wasser und 300 l Diesel, der zweite Tank (2 x 300 l) ist Option. Für Langfahrt zu zweit ist das knapp. Multihulls World

Serienfehler und Rückrufe

  • Laut Berichten von Eignern war der Mastfuß der frühen Boote zu flach und nicht verbolzt; nach Mastverlusten folgte eine Werksmaßnahme für Baujahre bis 2018.
  • Rückruf der Goiot-Notausstiegsluken für Lagoon-Baujahre 2007–2019: Die Scheibe kann sich aus dem Rahmen lösen, dicht an der Wasserlinie.
  • Eignerbericht aus einer Community: Kontaktkorrosion zwischen Edelstahl-Ankerrolle und Aluminium-Querträger an Booten von 2017 und 2021. Der Querträger trägt das Rigg.
  • Laut einem Servicebericht und Berichten von Eignern fällt der Werks-Wassermacher gehäuft aus: Der Seewassereinlass sitzt zu dicht unter der Wasseroberfläche und zieht Luft.
  • Laut Berichten von Eignern sind die Kühlgeräte schwach belüftet, der Serienanker ist zu klein, und in die Eignerkabine dringt Wasser ein.
  • Der Werftberater im Heft 201 nennt Gelcoat-Risse auf den Decks sehr früher Boote; die Werft habe das ab Rumpf Nr. 17 behoben. Ein Schiebefenster brauchte länger, bis es zuverlässig war. Bei frühen Rümpfen sind Decksflächen und Schiebefenster zu prüfen. Multihulls World

Wohnen und Service

  • Laut Berichten von Eignern im Forum beschreiben zwei Eigner der Eignerversion das Wellenklatschen in der Achterkabine vor Anker nachts als sehr laut.
  • Eignerbericht aus einem Segelforum: Werftkundendienst gilt als schwer erreichbar, Garantie läuft nur über den Händler. Ex-Charter-Motoren haben oft keine Garantie mehr.
  • Die Oberseite des Biminis ist laut Heft 201 sehr rutschig. Wichtig ist das beim Betreten bei Nässe, etwa beim Segelbergen; ein Antirutschbelag ist nachzurüsten, falls er fehlt. Multihulls World
  • Im Test von 2016 liegt der Scheuerschutz für die Festmacherleinen ungünstig. Die Instrumentenkonsole ist nur mit langen Armen erreichbar, und es gibt kein Salonluk in der Pantry. Multihulls World

Die Baujahre

BaujahreUrteil BlauwasserWarum
2016–2018bedingt geeignetMastfuß-Werksmaßnahme, Goiot-Notluken, zu niedriger Steuerstuhl der ersten Generation, Wassermacher-Einlass. Für Ozeanpassagen nur mit Nachweis über Mastfuß- und Lukennachrüstung und Riggprüfung. Laut Heft 201 hatten sehr frühe Rümpfe (bis etwa Nr. 17) Gelcoat-Risse auf den Decks und ein zunächst unzuverlässiges Schiebefenster. Der Erst-Test von 2016 (Nr. 148) lobt Segelleistung und Ergonomie, nennt aber knappe Tanks (300 l) und die Abhängigkeit vom Code 0.
2019–2021geeignet mit Einschränkungen2019 noch im Goiot-Rückruf. 2020/2021 Rückruf der Masttritte. Eigner berichten außerdem von Gelcoat-Blasen an einem Boot von 2020, Wassereintritt in die Eignerkabine, schwacher Kühlung und Korrosion an der Ankerrolle. Nachweis der Luken-Nachrüstung, Unterwasserschiff und Ankerrollen prüfen.
2022–2025geeignet mit EinschränkungenFür diese Baujahre sind keine eigenen Befunde gemeldet, Verbesserungen aber auch nicht belegt. Stauraum, Tanks und Seeverhalten bleiben wie beim Modell.
seit 2026 (42 Millenium)geeignet mit EinschränkungenEs gilt das Modellurteil.

Rückrufe und Werksmaßnahmen

  • Werksmodifikation Mastfuß Lagoon 42 – sicherheitsrelevant
  • Goiot-Notausstiegsluken – sicherheitsrelevant

Ob ein Rückruf am konkreten Boot erledigt ist, klären Rumpfnummer und Nachweis der Werft – das gehört in jede Besichtigung.

Für wen sich die Lagoon 42 eignet

Vor Anker

Gut: Küche oben, offener Salon, gute Rundumsicht, mit Solar autark. Abzüge für knappen Cockpit-Stauraum, kleinen Wassertank und laute Achterkabine bei Wellenschlag.

Auf Passage

Für die Passatroute brauchbar: zu zweit gut zu fahren, raumschots ruhig, aber schwer und untertakelt, Zuladung knapp. Das Heft 201 (2025) nennt das Boot unter 12 kn Wind ohne Gennaker oder Code 0 kaum beherrschbar; Leichtwindsegel gehören für den Passat an Bord. Der Test von 2016 fand nur bis 12 kn statt; zu Starkwind und Seegang sagt er nichts.

Für die Passatroute geeignet mit Einschränkungen, wenn Mastfuß, Notluken und Ankerrollen nachweislich saniert sind und zweiter Wassertank, größerer Anker und bessere Kühlung eingeplant werden. Gutachten mit Fokus Mastfuß, Notluken, Querträger, Unterwasserschiff (Feuchte, Blasen) und Dichtigkeit der Salonfenster. Tankausstattung, Wassermacher und Code 0 samt Beschlägen am Boot klären.

Grundriss

Grundriss Lagoon 42

Grundriss der Werft. Foto: © Lagoon (Groupe Beneteau) – Werftfoto aus dem Prospekt der Werft

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So entsteht dieser Artikel: Angebote aus vielen Portalen und Händlerseiten, Doppelinserate zusammengeführt; Preise in Euro, Mehrwertsteuer eingerechnet, wo sie im Angebot fehlt. Modellwissen aus Fachpresse, Werftunterlagen, Rückrufen und Erfahrungsberichten von Eignern – jede Aussage mit Quelle, Eigneraussagen als Bericht Dritter gekennzeichnet. Kein Gutachten und keine Kaufempfehlung für ein einzelnes Boot. Datenstand 05.11.2026.